31.07.2015

Neumodische Darstellung der weiblichen Protagonisten in der heutigen Literatur


Persönliche Meinung einer Vielleserin


Die Menschen, die mich kennen, wissen ich bin Feministin. Da ich seit Ewigkeient mal wieder ein Buch zur Hand genommen habe, wollte ich es genießen. Nun, leider bin ich eine klassische Jungfrauennatur und meine kritische Sichtweise ruiniert für mich einfache Kost zu schnell.

Warum sind weibliche Protagonisten einfach immer so oberflächliche, hormongetriebene Mädels? Im Ernst, damit will sich doch gar keiner identifizieren! (Zumindest ich nicht, aber meine sexuelle Orientierung gehört sowieso zur Kategorie "ist nur eine Phase" und "das gibt es nicht")

Nehmen wir als Beispiel Helen aus "Göttlich Verdammt". Erst wollte sie ihren Love Interest in der Luft zerreißen und zwei Wochen später beschwert sie sich, dass sie nicht mit ihm schlafen kann. Weil eine Beziehung schließlich nur aus Sex besteht, versteht sich. (Sarkasmus off)

Warum werden weibliche Hauptcharaktere nur auf ihre Liebesbeziehungen reduziert? Sie muss die Welt retten, aber oh Gott, die beiden heißen Jungs haben Interesse an ihr. Und schon befinden sie sich in einem Liebesdreieck und das nebenbei die Welt am Abgrund steht, ist vollkommen egal (Ich fürchte mich nicht).

Ich hab nichts gegen Romantik, wirklich nicht. Das Problem ist, dass sobald Liebe in solchen Büchern auftaucht, sie einfach nur flach dargestellt wird. Der Junge (aber auch das Mädchen) werden teilweise nur als Lustobjekte dargestellt, das ist nicht förderlich, gerade bei einer sowieso sexualisierten Gesellschaft. Vielleicht triff das Motto "Sex sells" nicht auf mich zu, aber auf die breite Leserschaft. (Und Fifty Shades of Grey ist ein trauriges Beispiel dafür)
Ganz zu schweigen, dass sie ihn nur eine Woche kennt und weiß, dass er der einzig Wahre ist. Mir wird schlecht.
Es gibt keine Liebe auf den ersten Blick. Sexuelle Anziehung, sicher, Attraktivität, eindeutig, aber Liebe? Ich bitte euch. Sowas entwickelt sich erst mit der Zeit. Aber hey, tut mir Leid, dass ich einen Jungen nicht als Sexobjekt sehen will, sondern als selbstständiges Lebewesen, dass auch ein Leben außerhalb seines angehimmelten Mädchen hat. (Feminismus beginnt meiner Meinung nach, endlich eine korrekte Darstellung beider Rollen zu haben. Und die Jugend-Literatur ist sowieso nicht behilflich)

Hier könnte man natürlich sagen, ich fühl mich einfach nicht repräsentiert. An der Aussage ist sicherlich was Wahres da. Aber ist es wirklich so schwer, eine Beziehung über Zeit entwickeln zu lassen, sie auf der platonischen Ebene darzustellen, oder noch extremer, mal zwischen zwei vom gleichen Geschlecht darzustellen. Glaubt mir, Slash Fic lesen viele, das wird sich auch verkaufen.
Das ist auch ein Grund, warum ich gerade die neuen Cartoons so liebe. In Legende von Korra kommt Korra am Ende mit einer Frau zusammen (Bi-Repräsentation), in Steven Universe sind die ganzen Gems Non-Binary/Agender, aber wenn man sie einem Geschlecht zuordnen will, kann man sagen, es gibt zwei Canon lesbische Beziehung. Und noch schlimmer - sie sind extrem gut geschrieben.

Aber ich als einfache One-Shot-FANFICITON-Autorin hab mehrere Ahnungen, wie ich eine Beziehung REALISTISCHER darstelle als echte Autoren. Und das macht mich traurig, weil sie der heutigen Jugend falsche Ideale und Wertvorstellungen darstellen und weil ich der Meinung bin in einer multikulturellen, bunten Gesellschaft auch mal die cishet, hetero Personen zurückstellen kann oder zumindest sie wenigsten realistisch darzustellen. Aber scheinbar ist das zuviel verlangt, was?



Ein Beitrag von Kira(23)

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